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Dänemark: Zwei 130 Jahre alte Butterflaschen aus einem alten Keller entdeckt

Junger Mann untersucht eine gelbe Flüssigkeit in Glasflasche in einem Raum mit Ziegelwand und Notizbuch.
In diesem Artikel
  1. Wie macht der Fund die Butterindustrie zu einer Zeitkapsel?
  2. Trieb die Butterproduktion die Wirtschaft Dänemarks an?
  3. Was befand sich in den alten Flaschen?
  4. Analysen zeigten auch Hygienemängel auf
  5. Weshalb ist dieser Fund für die Wissenschaft bedeutsam?
  6. Welche Folgen hatte dies für die Entwicklung der Lebensmittelproduktion?

Eine Entdeckung in einem alten Keller in Dänemark hat zwei 130 Jahre alte Butterflaschen ans Licht gebracht. Sie bewahren wertvolle Hinweise auf jene Herstellung, die das Land zu einer Weltmacht im Export von Milchprodukten machte.

Wie macht der Fund die Butterindustrie zu einer Zeitkapsel?

Forschende der Universität Kopenhagen stiessen in einem historischen Keller in Frederiksberg auf zwei Gefässe mit weissem Pulver. Untersuchungen bestätigten anschliessend, dass es sich um eine historische Starterkultur handelte, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts bei der Butterherstellung verwendet wurde.

Der Inhalt blieb rund 130 Jahre lang erhalten. Dadurch konnten die Wissenschafterinnen und Wissenschafter nachvollziehen, wie die Produktion in einer entscheidenden Phase des Wachstums der dänischen Milchindustrie ablief.

Trieb die Butterproduktion die Wirtschaft Dänemarks an?

Im 19. Jahrhundert modernisierte Dänemark die Buttererzeugung rasch: Neue Verfahren, Genossenschaften und eine Ausweitung der industriellen Produktion prägten den Wandel. In der Folge nahmen die Exporte deutlich zu.

Die wichtigsten Zahlen verdeutlichen, welche Bedeutung dieser Wirtschaftszweig erlangte:

  • Zu Beginn des Zeitraums wurden mehr als 10.000 Tonnen nach England exportiert.
  • In den folgenden drei Jahrzehnten stieg die Menge auf etwa 80.000 Tonnen.
  • Im Jahr 1900 machte Butter fast die Hälfte aller dänischen Ausfuhren aus.
  • Die Pasteurisierung trug zu höherer Qualität und längerer Haltbarkeit bei.

Was befand sich in den alten Flaschen?

Die DNA-Analyse wies das Bakterium Lactococcus cremoris nach. Es wird bis heute bei der Herstellung verschiedener Milchprodukte eingesetzt, weil es zu einem milden und angenehmen Geschmack beiträgt.

Damals wurde die Milch zunächst pasteurisiert und anschliessend mit dieser Bakterienkultur versetzt. Das Verfahren ermöglichte Butter mit gleichmässigerem Aroma und einer Qualität, die den Transport bis zum englischen Markt überstand.

Analysen zeigten auch Hygienemängel auf

Nicht alle Ergebnisse waren positiv. Die Forschenden fanden Mikroorganismen, die darauf hindeuten, dass die hygienischen Bedingungen noch weit von den heutigen Standards entfernt waren.

Darunter befanden sich Cutibacterium acnes, ein auf der menschlichen Haut häufig vorkommendes Bakterium, sowie Staphylococcus aureus, das möglicherweise mit Erkrankungen verbunden ist. Die Befunde zeigen, dass die Hygiene in industriellen Prozessen zu jener Zeit noch Grenzen hatte.

Weshalb ist dieser Fund für die Wissenschaft bedeutsam?

Die Gefässe sind ein seltenes physisches Zeugnis der Techniken, die während der Hochphase der dänischen Butterproduktion genutzt wurden. Über einen so langen Zeitraum erhaltene Materialien sind ungewöhnlich und liefern Erkenntnisse, die historische Dokumente nicht immer vermitteln können.

Neben einem besseren Verständnis für die Entwicklung der Lebensmittelindustrie zeigt die Untersuchung, wie Verfahren von vor mehr als einem Jahrhundert moderne Methoden der Herstellung und Qualitätskontrolle in der Milchwirtschaft beeinflussten.

Welche Folgen hatte dies für die Entwicklung der Lebensmittelproduktion?

Die in der International Dairy Journal veröffentlichte Entdeckung unterstreicht die Bedeutung wissenschaftlicher Archäologie für die Rekonstruktion der Geschichte von Ernährung und Lebensmitteltechnologie.

Das Material ist mehr als nur der Inhalt zweier vergessener Flaschen in einem Keller: Es bewahrt ein Bild des wirtschaftlichen Wandels Dänemarks und zeigt, wie Wissenschaft, Innovation und hygienische Herausforderungen während des Wachstums der Butterindustrie miteinander verbunden waren.

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Mag. Lukas Hinteregger

Mag. Lukas Hinteregger ist Landschaftsarchitekt und Spezialist für nachhaltiges Bauen mit Holz sowie naturnahe Rückzugsorte im Grünen. Seit über zehn Jahren beschäftigt er sich mit Baumhäusern, ressourcenschonender Architektur und der Verbindung von Wohnkomfort und Waldökologie. Seine besondere Leidenschaft gilt individuell geplanten Treehäusern, die sich behutsam in die österreichische Landschaft einfügen.

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