Ein schwarzer Samen, der seit Langem in der Küche und in der traditionellen Medizin verwendet wird, hat in einer neuen klinischen Studie das Potenzial gezeigt, den Cholesterinspiegel zu reduzieren.
Laborversuche mit gezüchteten Zellen deuten zudem darauf hin, dass er möglicherweise sogar die Entstehung reifer Fettzellen hemmen kann.
Schwarzkümmel: Gewürz mit langer Tradition
Schwarzkümmel (Nigella sativa) ist eine blühende Pflanze, die ursprünglich aus Westasien und Osteuropa stammt. Seine Samen werden häufig als Gewürz verwendet, etwa in Currys oder auf Gemüse.
Archäologische Funde zufolge kultivieren Menschen Kümmel bereits seit Tausenden Jahren. In der Volksmedizin kommt er oft als Öl, Paste, Pulver oder Extrakt zum Einsatz.
Erst seit vergleichsweise kurzer Zeit widmet sich auch die westliche Wissenschaft dem Kümmel genauer. Die Datenlage ist zwar begrenzt, doch erste Erkenntnisse vor allem aus Zell- und Tierversuchen sprechen dafür, dass dieses verbreitete Gewürz bislang übersehene gesundheitliche Vorteile haben könnte – möglicherweise durch antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften.
Klinische Studie zu Schwarzkümmel und Cholesterin
In einer aktuellen klinischen Studie unter Leitung von Forschenden der Osaka Metropolitan University in Japan nahmen 22 Teilnehmende täglich 5 Gramm Schwarzkümmelsamenpulver ein. Nach nur acht Wochen war bei ihnen das „schlechte“ Cholesterin gesunken, während das „gute“ Cholesterin anstieg. Bei den 20 Personen der Kontrollgruppe wurden keine entsprechenden Veränderungen festgestellt.
Nach Ansicht der Autorinnen und Autoren könnten diese Verbesserungen durch ungefähr einen Löffel Kümmelpulver täglich langfristig die Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern und das Risiko späterer Herzprobleme verringern.
„Diese Studie legt sehr deutlich nahe, dass Schwarzkümmelsamen als funktionelles Lebensmittel zur Vorbeugung von Übergewicht und lebensstilbedingten Erkrankungen nützlich sind“, sagt die Lebensmittelwissenschafterin Akiko Kojima-Yuasa.
„Es war sehr erfreulich zu sehen, dass Schwarzkümmel in einer Studie mit Menschen umfassend tatsächliche, nachweisbare blutfettsenkende Wirkungen zeigte.“
Die Ergebnisse reihen sich in mehrere weitere kleine, vorläufige Untersuchungen zu Kümmel ein. Diese weisen darauf hin, dass das Gewürz beim Abnehmen und bei den Cholesterinwerten helfen könnte.
Uneinheitliche Datenlage und weiterer Forschungsbedarf
Allerdings stimmen nicht sämtliche Ergebnisse überein, und ein Teil der verfügbaren Evidenz ist umstritten.
So kam eine viel beachtete Studie aus dem Jahr 2015 zu dem Schluss, dass die tägliche Einnahme von Kümmelkapseln dieselben Ergebnisse erzielen könne wie cholesterinsenkende Medikamente wie Orlistat. Die Fachzeitschrift versah diese Resultate später jedoch mit einem „expression of concern“, einem Hinweis, der häufig veröffentlicht wird, wenn wissenschaftliches Fehlverhalten oder unzuverlässige Ergebnisse vermutet werden. Welcher dieser Gründe in diesem konkreten Fall zutrifft, ist nicht klar.
In den darauffolgenden Jahren fanden mehrere weitere klinische Studien zwar ebenfalls cholesterinsenkende Effekte von Kümmel, allerdings in geringerem Ausmaß.
Die jüngste Untersuchung von Kojima-Yuasa und ihrem Team legt nahe, dass Schwarzkümmel die Fettbildung beeinflussen könnte, indem er auf zentrale genetische Regulatoren dieses Stoffwechselprozesses einwirkt. Weitere Forschung ist jedoch erforderlich.
„Wir hoffen, längerfristige und umfangreichere klinische Studien durchführen zu können, um die Auswirkungen von Schwarzkümmel auf den Stoffwechsel zu untersuchen“, sagt Kojima-Yuasa.
„Besonders interessiert uns, seine Effekte auf die Insulinresistenz bei Diabetes und auf Entzündungsmarker zu erforschen.“
Die Studie wurde in Food Science & Nutrition veröffentlicht.






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