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Olivenöl-Test: „H de Leos fruité vert“ überzeugt mit 15,4 von 20 Punkten

Frau riecht an kleinem Becher mit Olivenöl, daneben Olivenölflaschen und Teller mit Brot auf Holztisch.
In diesem Artikel
  1. Was im großen Olivenöl-Test untersucht wurde
  2. Diese Olivenöle lagen im Test vorne
  3. Der Nachteil: hoher Preis und Rückstände von Plastifizierern
  4. Wofür sich das Spitzenöl eignet – und wofür nicht
  5. So finden Konsumentinnen und Konsumenten gutes Olivenöl für den Alltag
  6. Wie gesund ist Olivenöl tatsächlich?
  7. Darauf kommt es bei der Lagerung von Olivenöl an
  8. Wie Tests Orientierung geben – und wo der eigene Geschmack zählt

Ein renommiertes Verbrauchermagazin hat eine Olivenölflasche aus dem Supermarkt zum Testsieger gekürt – allerdings wirft ein Detail Fragen auf.

Beim Olivenöl greifen viele im Supermarkt ohne lange Überlegung zu: „nativ extra“, ein halbwegs vernünftiger Preis, und die Entscheidung ist gefallen. Ein umfassender Verbrauchertest zeigt nun, welches Öl bei Geschmack und Zusammensetzung deutlich herausragt. Zugleich wird klar, warum dieses Spitzenprodukt für den täglichen Gebrauch nicht zwingend die sinnvollste Wahl ist.

Was im großen Olivenöl-Test untersucht wurde

Getestet wurde ausschliesslich Olivenöl „nativ extra“, also die höchste Güteklasse. Solche Öle werden aus ganzen Oliven ausschliesslich mechanisch gewonnen, etwa durch Pressen oder Zentrifugieren. Eine chemische Raffination ist in dieser Kategorie nicht zulässig.

Das Verbrauchermagazin prüfte 22 unterschiedliche Supermarktöle aus konventioneller und biologischer Erzeugung. Darunter waren:

  • bekannte Markenprodukte
  • Eigenmarken grosser Handelsketten
  • einige teurere Premiumflaschen

Nicht allein der Geschmack floss in die Bewertung ein. Die Prüfer achteten insbesondere auf drei Aspekte:

  • Fettsäuremuster – das Verhältnis einfach und mehrfach ungesättigter Fettsäuren
  • Belastung mit Fremdstoffen – beispielsweise Rückstände aus Verpackungsmaterialien
  • Sinneseindruck – Duft, Geschmack und Mundgefühl

Die Kombination aus chemischer Analyse und sensorischer Prüfung ergibt ein deutlich differenzierteres Bild, als es das Etikett im Regal vermuten lässt.

Die Ergebnisse machen deutlich: Die Bezeichnung „Nativ extra“ steht nicht automatisch für Spitzenqualität. Einige Öle erfüllen zwar die gesetzlichen Anforderungen, wirken geschmacklich jedoch wenig ausgeprägt. Andere überzeugen mit vielschichtigen Aromen, bringen aber Nachteile beim Preis oder bei möglichen Verunreinigungen mit.

Diese Olivenöle lagen im Test vorne

Drei Produkte hoben sich im Test besonders deutlich ab. Zwei sehr gut beurteilte Bio- und Premiumöle, die rund 15 Euro je halben Liter kosteten, sind mittlerweile nicht mehr regulär erhältlich. Sie erreichten beachtliche Bewertungen von 14 von 20 möglichen Punkten.

An der Spitze der aktuellen Rangliste steht ein französisches Olivenöl aus der Provence namens „H de Leos fruité vert“. Mit 15,4 von 20 Punkten belegt es den ersten Platz und überzeugt vor allem bei der sensorischen Prüfung.

Weshalb das Siegeröl so gut abschnitt

Nach Einschätzung der Tester bietet das Öl eine sehr harmonische Balance aus Fruchtigkeit, Bitterkeit und einem dezenten Schärfekick im Nachgeschmack. Das Zusammenspiel von grasig-frischen Nuancen und feiner Würze gilt bei hochwertigen Ölen als typisches Qualitätsmerkmal.

Auch die Zusammensetzung der Fettsäuren wurde positiv bewertet. Olivenöl besteht vorwiegend aus einfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Ölsäure. Ersetzt sie gesättigte Fette in der Ernährung, gilt sie als vorteilhaft für Herz und Gefässe. Im Labor zeigte das Spitzenprodukt in diesem Punkt ein überzeugendes Profil.

Die Jury spricht von einem Olivenöl „für besondere Anlässe“ – nicht von einem Standardöl für die Pfanne.

Hergestellt wird das Öl auf einem Gut in der Provence, wo Anbau und Verarbeitung der Oliven auf hohe Qualität ausgerichtet sind. Bereits die Gestaltung von Flasche und Etikett vermittelt den Anspruch, ein Luxuserlebnis im Küchenschrank zu bieten.

Der Nachteil: hoher Preis und Rückstände von Plastifizierern

Der Preis fällt sofort auf: Für 50 Milliliter zahlen Käufer rund 29,60 Euro. Hochgerechnet entspricht das knapp 60 Euro pro Liter. Damit liegt die Flasche preislich eher in der Kategorie hochwertiger Spirituosen als bei üblichem Olivenöl aus dem Supermarkt.

Wer damit grosszügig kocht, brät oder bäckt, wird die Flasche rasch aufbrauchen. Das begrenzt ihren praktischen Nutzen erheblich. In vielen Haushalten wird ein Öl benötigt, das sowohl für warme Speisen als auch für kalte Gerichte geeignet ist, ohne das Haushaltsbudget stark zu belasten.

Dazu kommt ein weiterer, weniger sichtbarer Kritikpunkt: Rückstände von Plastifizierern. Dabei handelt es sich um Stoffe, die Kunststoffe weich und flexibel halten. Sie können langsam aus Verschlüssen, Dichtungen oder Beschichtungen in das Öl übergehen.

Die Tester loben das Öl für seinen Geschmack, sprechen aber nur von einer „relativen“ Reinheit durch nachweisbare Plastifizierer.

Zwar lagen die gemessenen Mengen klar unter den gesetzlichen Grenzwerten. Dennoch zeigen sie, dass auch hochpreisige Premiumöle nicht unbedingt vollständig frei von solchen Spuren sind. Gerade für Konsumentinnen und Konsumenten, die bewusst ein teures Produkt wählen, kann das irritierend wirken.

Wofür sich das Spitzenöl eignet – und wofür nicht

Auf Grundlage der Testergebnisse empfiehlt das Verbrauchermagazin, das Siegeröl hauptsächlich kalt einzusetzen. Geeignet ist es etwa für:

  • Salate aus Gemüse oder Blattgrün
  • Carpaccio aus Gemüse, Fisch oder Rind
  • Antipasti, die kurz vor dem Servieren mit Öl beträufelt werden
  • frisches Brot mit etwas Meersalz
  • den letzten Schliff bei Suppen: ein Löffel direkt vor dem Servieren über den Teller

Zum Braten oder scharfen Anbraten wäre dieses Öl schlicht zu kostbar. Bei hohen Temperaturen gehen die feinen Aromen verloren. Für die heisse Pfanne oder einen grossen Topf bei Familiengerichten ist ein günstigeres und robusteres Öl die bessere Wahl.

So finden Konsumentinnen und Konsumenten gutes Olivenöl für den Alltag

Wer keine 60 Euro pro Liter zahlen möchte, kann sich an einigen einfachen Regeln orientieren. Das Etikett liefert bereits wichtige Hinweise.

Kriterium Worauf achten?
Bezeichnung „Nativ extra“ / „extra vergine“ – das ist die höchste Stufe
Herkunft möglichst genaue Angabe, also Region oder Land, nicht nur „EU“
Abfüllung dunkle Glasflasche schützt besser vor Licht
Preis unter ca. 5–6 Euro pro Liter wird echte Spitzenqualität selten
Geschmack leichte Bitterkeit und Pfeffrigkeit sind eher ein Qualitätszeichen

Wer Gelegenheit dazu hat, sollte mehrere Öle direkt vergleichen: Einen kleinen Klecks auf einen Löffel geben, kurz im Mund verteilen und langsam schlucken. Frische, grasige oder leicht fruchtige Aromen sprechen für gute Qualität. Schmeckt ein Öl hingegen dumpf, ranzig oder seifig, kann das auf schlechte Lagerung oder minderwertige Ware hindeuten.

Wie gesund ist Olivenöl tatsächlich?

Olivenöl gilt seit Jahren als bedeutender Bestandteil der mediterranen Ernährung. Studien weisen darauf hin, dass Menschen mit einer hohen Aufnahme einfach ungesättigter Fettsäuren seltener Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln, sofern sie dafür weniger gesättigte Fette wie Butter oder Schmalz essen.

Begleitstoffe wie Polyphenole besitzen antioxidative Eigenschaften. Sie finden sich besonders in hochwertigen nativen Ölen und verursachen das typische pfeffrige Kratzen im Hals. Je milder ein Öl schmeckt, desto niedriger ist ihr Anteil häufig.

Trotzdem ersetzt Olivenöl keine insgesamt ausgewogene Ernährungsweise. Wer es reichlich verwendet, nimmt schnell mehr Kalorien auf als erwartet: Ein Esslöffel liefert etwa 90 Kilokalorien. Besonders beim Abnehmen lohnt es sich daher, die verwendete Menge im Blick zu behalten.

Darauf kommt es bei der Lagerung von Olivenöl an

Viele stellen die Flasche offen neben den Herd – das ist bequem, aber ungünstig. Wärme, Licht und Sauerstoff beeinträchtigen das Öl. Die Qualität sinkt, und selbst ein ausgezeichnetes Produkt verliert innerhalb weniger Wochen an Aroma.

  • Die Flasche nach jeder Verwendung sorgfältig verschliessen.
  • Nicht unmittelbar neben Herd oder Backofen aufbewahren.
  • Dunkel lagern, idealerweise in einem Schrank.
  • Angebrochene Flaschen innerhalb weniger Monate verbrauchen.

Wer nur selten Olivenöl verwendet, ist oft mit kleineren Flaschen besser beraten. Dadurch sinkt das Risiko, dass das Öl alt und ranzig wird, bevor es aufgebraucht ist.

Wie Tests Orientierung geben – und wo der eigene Geschmack zählt

Verbrauchertests bieten hilfreiche Anhaltspunkte dafür, welche Produkte ihr Geld wert sind und bei welchen Etiketten der Inhalt weniger hält, als die Aufmachung verspricht. Der persönliche Geschmack bleibt dennoch ausschlaggebend. Nicht alle mögen die ausgeprägte Schärfe mancher Premiumöle, während andere genau diese Eigenständigkeit suchen.

Ein sinnvoller Weg ist ein gutes Öl der Mittelklasse für den täglichen Gebrauch, das ordentliche Qualität zu einem fairen Preis bietet. Ergänzend kann eine kleine Flasche eines edleren Öls ausschliesslich für Salate, kalte Vorspeisen und besondere Speisen dienen. So lassen sich Geschmack und Kosten gleichermassen berücksichtigen und Testergebnisse gezielt in der eigenen Küche nutzen.

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Mag. Lukas Hinteregger

Mag. Lukas Hinteregger ist Landschaftsarchitekt und Spezialist für nachhaltiges Bauen mit Holz sowie naturnahe Rückzugsorte im Grünen. Seit über zehn Jahren beschäftigt er sich mit Baumhäusern, ressourcenschonender Architektur und der Verbindung von Wohnkomfort und Waldökologie. Seine besondere Leidenschaft gilt individuell geplanten Treehäusern, die sich behutsam in die österreichische Landschaft einfügen.

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