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Renault Emblème: Ananasfasern für den Innenraum

Innenraum eines modernen Renault Elektroautos mit digitalem Armaturenbrett bei Sonnenuntergang
In diesem Artikel
  1. Renault Emblème setzt auf Ananasfasern im Innenraum
  2. Forvia und Renault reduzieren CO2-Emissionen
  3. Fruchtige Innenräume für Familienautos?

Wir hätten heute früh eindeutig mehr frühstücken sollen, denn Renaults jüngste Entwicklung für den Innenraum macht uns ausgesprochen hungrig.

Renault Emblème setzt auf Ananasfasern im Innenraum

Der Hersteller hat gerade bekannt gegeben, gemeinsam mit dem Automobilzulieferer Forvia an Innenraumverkleidungen aus Ananas zu arbeiten. Ja, dein Clio könnte bald deutlich tropischer wirken.

Nun ja, irgendwie jedenfalls. Die saftigen Fruchtstücke werden dein Armaturenbrett wohl kaum in absehbarer Zeit schmücken – ausser es passiert ein Missgeschick in der Snack-Abteilung deines Mittagsangebots. Wobei man ehrlich sagen muss: Etwas anderes als eine Packung Chips sollte man dort ohnehin nicht wählen. Forvia entwickelt stattdessen ein strapazierfähiges Material aus Ananasblattfasern für Türverkleidungen und Armaturenbretter.

Erinnerst du dich an das Renault-Emblème-Konzept, das im Oktober 2024 erstmals vorgestellt wurde? Im Kern handelt es sich um einen Wasserstoff-Hybrid-Kombi, der Renault als rollendes Labor dient, um die CO2-Emissionen seiner Autos über ihren gesamten Lebenszyklus von der Herstellung bis zur Entsorgung zu senken.

Forvia und Renault reduzieren CO2-Emissionen

Das französische Unternehmen hat kürzlich ausführlich erläutert, wie es beim Emblème gegenüber einem Captur mit Benzinmotor aus dem Jahr 2019 eine Reduktion um 90 Prozent erreicht hat. Neben einer Menge ausgefeilter wissenschaftlicher Daten zog bei TG allerdings vor allem der mit Ananas ausgestattete Innenraum die Aufmerksamkeit auf sich.

Man sollte das jedoch nicht als blosse Fantasie für ein Konzeptauto abtun: Der Emblème ist laut Renault tatsächlich ein funktionierender Prototyp. Vielleicht erinnerst du dich daran, dass der Volkswagen Fox in Serienproduktion Mitte der 2000er-Jahre Fasern der Curauá-Pflanze – einem Mitglied der Ananasfamilie – für Dachhimmel und Hutablage verwendete.

„Es ist kein Konzeptauto, sondern ein Demonstrationsfahrzeug, daher muss alles für die Produktion im grossen Massstab umsetzbar sein“, sagt Benoit Taillandier, Marketingdirektor bei Forvia.

Forvia könnte dies tatsächlich realisieren. Der riesige Teilehersteller beliefert mehr als 80 Automobilkunden und hält rund 13.000 Patente. Jedes zweite weltweit produzierte Fahrzeug verwendet mindestens eines seiner Produkte. Taillandier betont, dass Ananasfasern nicht nur ein CO2-armes Material und eine Alternative zu tierischem Leder sind: Ihre Herstellung konkurriert auch nicht mit dem Anbau von Lebensmitteln für Menschen.

Beim Emblème verwendet Forvia ausserdem in der Normandie produziertes Leinen für das Armaturenbrett. Nach Einschätzung des Unternehmens konnten die CO2-Emissionen über den Lebenszyklus von Instrumententafel, Türverkleidungen und Mittelkonsole im Vergleich zu einem Megane der vorherigen Generation aus dem Jahr 2020 um beachtliche 72 Prozent gesenkt werden.

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Mag. Lukas Hinteregger

Mag. Lukas Hinteregger ist Landschaftsarchitekt und Spezialist für nachhaltiges Bauen mit Holz sowie naturnahe Rückzugsorte im Grünen. Seit über zehn Jahren beschäftigt er sich mit Baumhäusern, ressourcenschonender Architektur und der Verbindung von Wohnkomfort und Waldökologie. Seine besondere Leidenschaft gilt individuell geplanten Treehäusern, die sich behutsam in die österreichische Landschaft einfügen.

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